#63: Erdgasversorgung für Deutschland – droht eine Dauerkrise mit Ansage?

Shownotes

Die Gasspeicher sind nur halbvoll, die Krise in der Straße von Hormus belastet den globalen LNG-Markt und die Gaspreise sind deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist Deutschland nach dem Ende der russischen Pipeline-Lieferungen massiv auf LNG und damit der Dynamik des globalen Erdgasmarktes ausgesetzt. Und: droht uns künftig jeden Sommer die gleiche Debatte über die Gasversorgung im bevorstehenden Winter – oder steckt hinter der aktuellen Lage ein grundsätzliches strategisches Problem?

Im ENERGIE UPDATE mit Dr. Ludwig Möhring diskutieren wir, wie kritisch die aktuellen Speicherstände tatsächlich sind, welche Rolle Marktmechanismen bei der Speicherbefüllung spielen und warum der Blick auf die kurzfristige Versorgungslage allein zu kurz greift. Denn dahinter steht eine grundsätzlichere Frage: Warum braucht Deutschland eine langfristige Erdgasstrategie als Teil seiner Transformationsstrategie? Wie lässt sich die Versorgung während des Übergangs sicher und bezahlbar gestalten? Und welche Rolle können dabei langfristige Lieferbeziehungen, eine stärkere Positionierung auf den globalen Gasmärkten und die heimische Erdgasförderung spielen? Gleichzeitig wird die naheliegende Frage angegangen, warum sich Politik und Medien selbst in dieser kritischen Situation diesen fundamentalen Themen für eine erfolgreiche Transformation bislang nicht ernsthaft annehmen.

Eine Folge über die strategische Absicherung der deutschen Erdgasversorgung – und darüber, warum Politik für eine erfolgreiche Transformation auch eine durchdachte Langfriststrategie für Erdgas benötigt, solange es in Deutschland noch genutzt wird.

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00:00:01: Herzlich Willkommen zum Energie-Update mit Dr.

00:00:03: Ludwig Möhring!

00:00:04: Ich bin Martina Altmann und begrüße Sie zu neuen Folgen im September, twenty-sechsundzwanzig.

00:00:09: Hallo hier Möhring!

00:00:10: Moin Frau Altmann.

00:00:12: Was auch nach dem Ende des medialen Sommerlochs als Thema nicht totzukriegen ist, ist die Frage nach der Erdgasversorgung im kommenden Winter.

00:00:20: Die Garspeicher sind zu leer – die Krise in der Straße von Hamoos ist eine LNG-Krise.

00:00:25: Die Preise haben sich mehr als verdoppelt gegenüber dem vergangenen Winter.

00:00:30: Jetzt fordern die Grünen in Berlin plötzlich ein Gas-Gipfel.

00:00:33: Was ist denn da los?

00:00:34: Da könnte man fast sagen, täglich grüßt das Momeltier!

00:00:37: Sind wir mal wieder typisch Deutsch im Panikmodus der jetzt politisch ausgeschlachtet wird?

00:00:42: oder schleicht sich hier eine Dauerkrise an?

00:00:45: Schöne Einschließfrage fraht man... Lassen Sie mich abschichten.

00:00:49: also Wir haben ernste kurzfristige Herausforderungen aber wir haben auch sehr ernste mittel und langfristige Probleme Und letztlich hängen sie auch noch zusammen, nur die einzusetzenden Werkzeuge sind unterschiedlich.

00:01:03: Also zunächst mal Fakt ist es gibt kurz aber auch mittel- und langfristig ernsthaften Handlungsbedarf.

00:01:08: Sie sprechen den von den Grünen geforderten Gasgipfel an.

00:01:12: Es ist ja fast schon ironisch wenn die Grünen einen solchen Gipfel fordern also dieselben Grünen Die sonst jede Menge dafür tun dass der Gasversorgung in Deutschland Sand ins Getriebe geschüttet wird.

00:01:23: Fakt isst auch In der Sache wäre ein Gas-Gipfel sogar sinnvoll, dann allerdings mit einem breiteren Ansatz als nur die Befüllung von Gasspeichern.

00:01:32: Wir kümmern uns strategisch nicht um diesen wichtigen Energieträger – das möchte ich hier schon mal betonen – obwohl er weiterhin mehr als ein Viertel des deutschen Energieverbrauchs ausmacht.

00:01:43: und zur Wahrheit gehört eben auch, dass in den Regierungsparteien Erdgas erkennbar nicht als Gewinnerthema empfunden wird.

00:01:51: Und leider verstellt das dann den Blick auf Probleme!

00:01:55: Wenn es jetzt zu einer Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses wegen der Speicherstände kommt, dürfen wir sehr gespannt sein ob hier ernsthaft auch eine Langfriststrategie diskutiert wird.

00:02:05: Lassen Sie uns mal mit den Kurzfristproblemen anfangen!

00:02:08: Der Winter naht die Speicher sind bislang nur halb voll.

00:02:11: Mal einfach auf dem Punkt gebracht kommen wir durch den winter oder nicht?

00:02:16: Ja also in unserem Podcast haben wir diese Themen ja schon öfter adressiert.

00:02:21: darum jetzt mal wirklich in Kürze.

00:02:23: Auf Jahresbasis bekommen wir ninety-fünf Prozent unseres Erdgases über Importe, den Rest produzieren wir hier im Land.

00:02:30: Im Winter geht der Verbrauch hoch, Stichwort Heizperiode und dafür reichen die Importkapazitäten nicht aus.

00:02:38: Und hier kommen Speicher ins Spiel mit deren Hilfe, der hohe Winterbedarf gemanagt

00:02:43: wird.".

00:02:44: Das zeigt die Notwendigkeit von Speicherbefüllungen.

00:02:47: in Deutschland sind sie jetzt erst halb voll Aber wir sind damit nicht allein.

00:02:51: Auch die Niederländer beklagen, dass ihre Speicherstände zu niedrig sind.

00:02:55: Ist das jetzt die Krise?

00:02:56: Was sind die konkreten Risiken?

00:02:58: Vielleicht tatsächlich mal mit Zahlen hinterlegt.

00:03:01: Die Kapazitäten an Gas im Porten reichen nicht aus für den großen Bedarf an richtig kalten Wintertagen.

00:03:08: Dann geht der Tagesbedarf in Deutschland hoch auf über fünf Milliarden Kilowattstunden am Tag.

00:03:17: Während wir nur rund vier Terawattstunden am Tag importieren oder in Deutschland produzieren.

00:03:22: Und dann fehlt jeden Tag eine Milliarde Kilowattstunde, eine Terawattsstunde gegebenenfalls sogar mehr je nach Bedarf.

00:03:29: und um diesen Bedarf abzudecken.

00:03:31: ja da muss man dann Erdgaspeicherheit benutzen.

00:03:35: diese Aufgabe haben wir jedes Jahr.

00:03:37: das ist also nicht ungewöhnlich.

00:03:38: es ist auch nicht neu.

00:03:39: kritisch wird es insbesondere wenn Februar und März, also zum Ende des Winters, wenn es da eiskalt wird.

00:03:46: Das hatten wir zuletzt z.B.

00:03:47: in den Jahren zehntausendzehn oder zweitausendachzehn.

00:03:51: Also eigentlich Business as usual?

00:03:53: Wo ist der Unterschied zur Vergangenheit?

00:03:56: Der Unterschied liegt insbesondere darin, dass unsere Versorgung seit der Russengaskrise und im Ende der Importe aus Russland auf neuen Füßen steht – Aus Russland!

00:04:07: kamen noch Anfang zwanzig-zweiundzwanzig mehr als eins Komma siebentechawattstunden am Tag.

00:04:13: Und nicht zu vergessen, über Jahrzehnte bezogen wir große Mengen aus dem holländischen Groningenfeld und auch das ist seit zwanzivierundzwannzig endgültig vorbei.

00:04:23: die Niederländer produzieren nicht mehr aus diesem Feld.

00:04:26: all das wird nun durch LNG kompensiert LNG, das auf den Weltmärkten gehandelt wird und damit auch von der Transportlogistik her anders zu betrachten ist.

00:04:35: Während man LNG-Schiffe umlängen kann – von einem Markt in den anderen also von Europa nach Asien oder umgekehrt war das natürlich mit russischem Erdgas anders nicht?

00:04:43: Pipelines lassen sich eben nicht in eine andere Richtung kurzfristig umbiegen.

00:04:48: Altenzeit verlässlicher Lieferungen hatten wir eine sehr große Liefersicherheit.

00:04:53: In der neuen Welt muss Deutschland dafür sorgen, dass es seine Erdgaslieferungen aus den globalen Gasmärkten absichert – kurzfristig und langfristig.

00:05:01: beides gehört

00:05:02: zusammen.".

00:05:04: Das muss doch ein extra Anreiz für die Speicherbefüllung sein!

00:05:07: Warum sind die Speacher so leer?

00:05:09: Einfache Antwort auf einen ersten Blick.

00:05:12: Speicher zu befüllen setzt auch voraus, dass die Gashändler damit Geld verdienen können.

00:05:18: Aktuell ist es so, dass die Preisanreize fehlen.

00:05:20: Erdgas, das ich heute kaufe, ist genauso teuer wie Erdgass, dass ich jetzt für den Winter dann wieder verkaufen möchte.

00:05:27: Teilweise sind die Januar-Februarpreise auf der sogenannten Forward Curve sogar tiefer als die aktuellen Beschaffungspreise.

00:05:34: also da fehlen schlicht die Anreize einzuspeichern.

00:05:37: Aber wenn auf der Forward Curv das Erdgaß vergleichsweise günstig ist?

00:05:41: Da muss sich doch jetzt nur auf der forward curve Erd gas für den winter einkaufen!

00:05:45: Dann bin ich doch abgesichert.

00:05:47: Ja, das ist eine gute Überlegung und das kann man machen.

00:05:49: Ich bin mir sicher dass es auch passiert.

00:05:51: Das ist dann erst einmal Lieversicherheit auf dem Papier denn da ist ja nur die Belieferung versprochene nicht das mal.

00:05:58: Und dann stellt sich die Frage wie liefersicher der Lieferant ist er das versprochen hat.

00:06:03: vielleicht ist der ja physisch gar nicht voll abgesichert und spekuliert im Winter auffallende Preise, zu denen ihr dann kurzfristig einkauft.

00:06:10: Und aus Sicht zum Beispiel eines Stadtwerkes mit vielen Heizkorten stellt sich zusätzlich die Frage ob sie ausreichend für die gegebenenfalls ja auch stattfindende lange Kältephase eingekauft haben und wer ihnen in einer solchen Situation das Erdgas liefert?

00:06:25: Das sind alles ehrlich gesagt keine neuen Fragestellungen im Gasmarkt.

00:06:29: es ist nur wichtig eine belastbare Beschaffungsstrategie zu haben, die am Ende auch funktioniert.

00:06:36: Fysisch funktioniert und auch kommerziell.

00:06:39: Und man mit der großen Brille drauf geschaut... Erst einmal geht es um Physik!

00:06:43: Gibt es genug Erdgas im System?

00:06:46: Damit dem Februar-März wenn es richtig kalt wird genug Erddgass da ist.

00:06:50: Das ist bei den aktuellen Speicherständen tatsächlich möglicherweise kritisch.

00:06:54: Ich betone das wirklich also auch möglicherweise.

00:06:56: Das hängt davon ab, wie viele in den kommenden Monaten noch eingespeichert wird.

00:07:00: Logischerweise welches Wetter wir haben und insbesondere auch, wie sich die Preise

00:07:03: entwickeln.".

00:07:05: Und was ist anders als im Jahr zweizigzehn oder zwanzigachzehn?

00:07:08: Dort hat es ja geklappt!

00:07:09: Oder haben wir nur eine aufgeregte Medienlandschaft?

00:07:13: Ja, wir haben sicherlich eine aufberegte Medienlandschaft als damals, die da genauer drauf schaut... aber ehrlich gesagt aus gutem Grund.

00:07:21: Die Krise in den Jahren, also der Wegfall von Russengass war der Startschuss für eine neue Denke.

00:07:27: Nicht nur das Wetter oder Engpässe im vorgelagerten System kreieren Risiken für die Gasversorgung sondern auch Unsicherheiten bezüglich der Lieferanten.

00:07:36: Das war in den Zehnerjahren noch anders.

00:07:38: Dort wurde über Pipelines und verlässliche Lieferpartner alles geliefert was möglich war.

00:07:43: Jetzt vertrauen wir auf LNG mit weiteren Ungewissheiten erst recht geopolitisch – das merken wir ja gerade!

00:07:49: Wir haben Speichervorgaben, wann welche Befüllung der Speicher zu erreichen ist.

00:07:52: Das schafft doch weitere Marktanreize.

00:07:55: Ja also grundsätzlich zu den Speicher-Vorgaben.

00:07:57: es ist sicher sinnvoll wenn, wenn Speicher Zu Beginn des Winters voll sind viel Hilfe ganz platt.

00:08:03: Historisch war das eigentlich über Jahrzehnte nie ein Problem.

00:08:06: Marktanreize und enge Zusammenarbeit zwischen Lieferanten Und auch entlang der Lieferkette haben das geregelt und das hat auch in zehn und zwanzig achtzehn sehr gut funktioniert.

00:08:15: Was wir aktuell sehen, ist eine Entwicklung die wir auch in den Jahr- und Jahrzehnten hatten.

00:08:19: Die Preise im Sommer sind zu hoch.

00:08:23: Das war damals so und das ist jetzt auch in dem Jahr- oder Jahrzehnzehnte so.

00:08:26: Und woran liegt das?

00:08:28: Ich versuch das mal relativ kurz.

00:08:30: Also die Hormuzkrise treibt die Preise hoch.

00:08:33: Zwanzig Prozent des globalen LNG Marktes sind weggefallen.

00:08:37: Es ist natürlich interessant dass die Preisen für den Winter dann nicht noch höher sind, offensichtlich wird von den globalen Gashändlern bis dahin mit einer Entspannung gerechnet.

00:08:48: Das mag zutreffen oder eben auch nicht?

00:08:51: Die Situation in Hormuz spielt für diese Bewertung eine Rolle.

00:08:55: aber was auch eine Rolle spielt ist zusätzliches LNG das neu für den Weltmarkt erwartet wird.

00:09:02: Aber ehrlich gesagt ist es ja auch nicht nur das.

00:09:05: aus deutscher Sicht Mögen die staatlich vorgegebenen Mindestfüllstände wieder dazu führen, dass am Ende der Staat für die Speicherbefüllung sorgt.

00:09:14: Wie er es in der Krise in den Jahren und wie es jetzt auch wieder ernsthaft diskutiert wird.

00:09:22: Und da mag es dann Händler geben, die genau so ein Verhalten antizipieren.

00:09:29: Sie kennen ja meine These, dass wir hier Spieltheorie am Werk sehen.

00:09:33: Marktteilnehmer richten sich entsprechend der rechtlichen Vorgaben ein.

00:09:37: Meine Sicht – die EU mag gut beraten sein diese bis zu sieben und zwanzig geltenden Vorgabe wieder einzustampfen.

00:09:45: Dann können Marktkräfte greifen!

00:09:46: Das sollte sehr ernsthaft erwogen werden.

00:09:49: Erleben wir jetzt jeden Sommer die Winterdebatte?

00:09:51: Also eine Dauerkrise am kurzen Ende?

00:09:55: Wie gesagt, wir haben eine neue Situation durch den Wegfahrt von Russengas und durch LNG.

00:09:59: Und der müssen wir uns stellen.

00:10:00: Mehr Unsicherheiten als in der Vergangenheit vor allem mehr subjektiv wahrgenommener Unsicherheit.

00:10:06: Ja?

00:10:07: Lass nämlich das wirklich an der Historie des Russengases mal kurz erklären!

00:10:11: Ich hätte ihn persönlich in den Zwei-Tausendzehnerjahren gesagt, Russland liefert immer.

00:10:17: Punkt

00:10:18: ja?!

00:10:19: Also, in den ersten Jahren wurde Mitte der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings in der Tschechoslowakei die Lieferungen nach Österreich aufgenommen.

00:10:27: Also quasi um die Ecke oder am Zusammenbrot der Sowjetunion wurden diese Lieferung aufrechterhalten und in den Jahrzehnten danach weiter ausgebaut.

00:10:35: Fakt ist heute sind wir schlauer.

00:10:37: Heute wissen wir aus dem Angriffskrieg gegen die Ukraine dass die politische Führung in Russland bereit ist Erdgas maximal politisch zu lassen ihrer Kunden einzusetzen Und, und auch das gehört meiner Ansicht nach zur Wahrheit des globalen Gasmarktes.

00:10:53: LNG ist offenbar auch politischer als viele glauben nicht im Sinne des gerade beschriebenen Vorgehens der Russen.

00:10:58: Das ist und bleibt hoffentlich einmalig aber auf andere Weise.

00:11:02: es gibt wenige Länder die das geschehen am LNG Markt letztlich wesentlich bestimmen.

00:11:06: Das sind die USA, Qatar Australien, die haben global über sechzig Prozent ja?

00:11:11: Und der US-amerikanische Anteil wird weiter erheblich steigen.

00:11:14: Energy Dominance heißt das in der Terminologie der amerikanischen Regierung.

00:11:19: Und in dieser Dominanz, da sind die US-Amerikaner auch deutlich und nämlich auch dahin dass sie sich von der EU nicht einseitig vorschreiben lassen wie die Exporte in die EU zu laufen haben.

00:11:32: Meinen Sie damit die EU-Methanverordnung?

00:11:34: Ja ja genau!

00:11:35: Wir werden sehen wie sich die Akteure verhalten.

00:11:38: Mir ist dabei folgendes wichtig wir müssen mit Blick auf die Gasversorgung erkennen des Importeurs oder Europas insgesamt, im Vertrauen auf die Kräfte des globalen Gasmarktes nicht ausreichen wird.

00:11:53: Wir können nicht einmal damit umgehen wenn die USA der EU mitteilen dass sie von der EU festgelegten Regelungen zu Methaneemissionen nicht einhalten werden oder werden können.

00:12:05: Die US-amerikanischen Exporteure sind einfach so wichtig für uns.

00:12:09: Vielleicht noch als Kontext für unsere Hörer hier, denn ich will hier auf keinen Fall missverstanden werden.

00:12:13: Methanemissionen zu reduzieren ist gut und dringend aber der einseitig auf auktorierende Weg den die EU gegenüber den globalen Lieferanten eingeschlagen hat, der es aus meiner Sicht wirklich nicht hilfreich.

00:12:27: Er überschätzt die Durchsetzungsmacht der EU zu Lasten der Menschen in der Region.

00:12:32: Das haben wir mal in einer anderen Podcast-Folge ausführlich diskutiert.

00:12:36: also zurück zur Frage Unsicherheiten bei der Gasversorgung.

00:12:40: Wir haben sehr viel mehr Unsicherheit und auch sehr vielmehr Risiken als in den Jahr zwei Tausend Zehner.

00:12:45: Den müssen wir uns stellen aktiv.

00:12:48: Zurück zu den Preisen, es entsteht da maximaler Druck auf Frau Reiche.

00:12:53: Preise sind jetzt zum Ausgang des Sommers mehr als doppelt so hoch wie vor der Hormuzkrise.

00:12:58: Mehr als siebzig Euro die Megawattstunde verglichen mit dreißig Euro die megawatt Stunde vor dem Iran Krieg nur am Rande.

00:13:05: In den USA sind die Preise umgerechnet unter zehn Euro die Megawattstunde.

00:13:09: In Deutschland sind sie also sieben Mal so teuer, wie in den US-amerikanischen Großhandelsmärkten.

00:13:14: Ohne Worte!

00:13:16: Auch Die Linke und die Grünen machen das.

00:13:17: jetzt zum Druckpunkt in Richtung Bundesregierung – wenn Sie das Speicherthema in den Wirtschaftsausschuss bringen?

00:13:23: Was erwarten Sie von der Bundesregierung bzw.

00:13:26: Frau Reiche?

00:13:27: Der Iran-Krieg mit der Blockade an der Straße von Hormuz hat für viel Unruhe am Weltmarkt gesorgt.

00:13:33: Das ist letztlich ein wesentlicher Auslöser und obwohl die betroffene Menge gar nicht so riesig ist, also das sind zwanzig Prozent des LNG-Weltmarktes.

00:13:43: aber es geht auch um die Fundamentaldaten dahinter und die damit verbundene Unsicherheit.

00:13:48: vor einem halben Jahr war noch von einer großen Welle neuer Erdgasmengen, LNG Mengen insbesondere die Redel die zusätzlich auf den Markt kommen.

00:13:56: Entsprechend geringer wurden die Preise auch auf der Forward-Körp für künftige Jahre, also in im Jahr twenty sieben zwanzig unter dreißig Euro die Megawattstunde.

00:14:05: Da hätten wahrscheinlich die Europäer gut mit umgehen können.

00:14:08: Mittlerweile sind wir bei über fünfzig Euro die megawatt Stunde vierzwanzig siebundzwanziger.

00:14:14: Auch das ist eine massive Steigung nämlich um mehr als seventyfünf Prozent.

00:14:19: dem muss man sich stellen.

00:14:22: Aber es gibt doch fundamental genug Erdgas auf dem globalen Markt.

00:14:26: Ja, es gibt jedenfalls genug globale Erdgassvorkommen die verfügbar gemacht werden können.

00:14:32: Insofern können die Globalen Märkte das managen ja aber aus europäischer, deutscher Sicht müssen wir auch Signale senden und uns deutlicher zur Abnahme dieser großen Erdgaßmengen committen.

00:14:43: Konkret was kann die Regierung?

00:14:45: Was kann Frau Reiche tun?

00:14:48: Vielleicht erst einmal was meines Erachtens nicht wirklich weiter hilft.

00:14:53: Bitte nicht nur an den Symptomen herum, Doktoren wie bislang.

00:14:56: Also zum Beispiel weg mit der Gasspeicherumlage, wie die jetzt durch die neue Regierung beschlossen oder wie in- und zwanzig, die zwischenzeitlich ja dann auch ausgelaufene Verringerung der Mehrwertsteuer auf Erdgas.

00:15:08: All das führt liefertechnisch nicht zu Verbesserungen wenn es natürlich auch den Verbrauchern kurzfristig hilft.

00:15:16: aber Vertrauen in eine langfristig verlässliche Belieferung schafft das nicht.

00:15:21: Vielleicht gut, dass die Haushaltslage in Deutschland mittlerweile ein solches Vorgehen vermutlich ohnehin nicht zulässt.

00:15:27: Aber mal aktiv nach vorne gedacht zwei Punkte.

00:15:30: Deutschland muss sich im globalen Erdgasmarkt viel stärker positionieren.

00:15:34: LNG Terminals zu bauen war sehr wichtig.

00:15:36: Die Verbindung zu den Nachbarstaaten nutzen auch wichtig – sehr gut sogar!

00:15:41: Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass wir mit Langfristverträgen klare Signale an dem globalen Gasmarkt senden, sonst bleiben in dieser Region ein Spotkäufer, der von den Lieferanten als letzter Käufer bedient wird und dann eben gegebenenfalls zu sehr hohen Preisen.

00:15:55: Und das kann dann teuer werden und führt zur enormer Verunsicherung auch bei den Verbrauchern ob groß oder klein.

00:16:01: siehe die aktuelle Situation.

00:16:03: stellen Sie sich mal vor Deutschland hätte in großen Mengen LNG langfristig aus dem USA zu den dortigen Großhandelspreisen gekauft und nach Europa gebracht.

00:16:13: Sie hatten es ja gesagt Faktor sieben bei den Großhandel preisen zwischen Europa und den USA.

00:16:20: Und als zweites Element, wo ist der Aktionsplan die heimischen Gasressourcen auszubauen?

00:16:27: Dazu steht zwar was im Koalitionsvertrag aber ich höre und sehe so gut wie

00:16:31: nichts.".

00:16:33: Da stechen sie aber in mehrere Westministern – das passt doch vorne und hinten nicht in unsere Logik vom notwendigen zeitnahen Erdgasausstieg!

00:16:41: Ich habe gerade erst gelesen dass der Deutsche Gewerkschaftsbund also die Spitzenorganisation In Zusammenhang mit der aktuellen Speicherkrise ausdrücklich den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren fordert.

00:16:54: Ja, als zentrale ausschließlichere Forderung ist das ein erstaunliches Statement des DGB.

00:17:00: Den dahinter liegenden Denkfehler haben wir hier im Podcast ja schon häufiger adressiert.

00:17:05: Es geht darum jetzt eine Strategie für die Erdgasversorgung während der Transformationsphase zu finden.

00:17:12: Das würde auch dem Erdgassverbrauchern helfen und den Mitgliedern des DGB.

00:17:18: Der Ruf nach mehr Erneuerbaren, der ist ja richtig.

00:17:21: Aber es schlicht die falsche Antwort auf die Preis- und Versorgungskrise mit der die deutschen Verbraucher aber auch die Industrieunternehmen hier umzugehen haben?

00:17:31: Also für mich ganz platt ist das Ökopropolismus, der den Verbrauchern in dieser Phase überhaupt nicht weiter hilft.

00:17:38: Und ganz ehrlich ich bin auch überrascht dass die Industriegewerkschaften im DGB also IG Metall oder EGB CE... ein solches Statement mitgetragen haben, aber vielleicht rutscht ja einfach manchmal auch was durch.

00:17:49: Zur Vollständigkeit der DGB ist mit diesem Statement gar nicht allein – selbst die EU-Kommission äußert sich gerne mal in dieser Logik.

00:17:58: Richtiger wird die Logik allerdings dadurch nicht.

00:18:00: Das habe ich beschrieben.

00:18:01: Die Notwendigkeit einer Gasstrategie für die Transformation ist offensichtlich aufgrund der Tatsachen, die wir gerade diskutiert

00:18:10: haben.".

00:18:11: Sie fordern eine Gasstratique für den Übergang?

00:18:14: Was gehört in eine solche Strategie?

00:18:16: Ja, vielleicht zunächst mal zum Wesen einer Strategie.

00:18:19: Da geht es nicht nur um ein Ziel sondern es geht insbesondere darum wie man dort hinkommt und zwar erfolgreich hin kommt und das unterscheidet eben gerade Zielsetzung und Strategie Und das geht häufig durcheinander.

00:18:33: Ein Ausstieg als Ziel alleine beschreibt nicht wie wir dorthin kommen.

00:18:37: Ganz konkret würde ich mir wünschen dass eine coherente Erdgasstrategie integraler Bestandteil der gesamten Transformationsstrategie entwickelt wird.

00:18:46: Wir sagen immer hier, insbesondere in Deutschland, dass wir uns zu sehr darum kümmern, woraus wir aussteigen wollen und nicht darum was wir Neues machen.

00:18:55: Das ist mit Blick auf die Übergangsperiode also diese Transition Nicht richtig!

00:19:02: Wir brauchen einen klaren Prozess wie wir die Zeit managen solange wer Erbgas oder andere konventionelle Energieträger für die gilt das auch Solange wir die noch nutzen und bezogen auf Erdgas, geschieht das nicht oder wenn ich mal freundlicher Formulieren will.

00:19:16: Geschieht bislang nicht ausreichend aber es ist auch noch nichts zu späten.

00:19:21: Fakt ist wir müssen uns auch einen Weg machen.

00:19:23: Und warum passiert das nicht?

00:19:25: Das war mir Erika persönlich auch lange unklar weil ja die viel zu hohen Energiepreise ein riesen Thema in den Medien sind und auch die Versorgungssicherheit zurecht viel Aufmerksamkeit bekommt.

00:19:37: Also sollte man ja eigentlich meinen, dass sich Politik diesen Fragen sehr ernsthaft zuwendet und auch von den Medien diesbezüglich unter erheblichen Druck gerät.

00:19:47: Das passiert aber eigentlich kaum, also jedenfalls nicht mit Forderungen nach entsprechenden Strategien.

00:19:53: Da geht es mehr um Firefighting, was hilft jetzt ganz schnell?

00:19:56: Beispielpreissetzung an Tankstellen, das wollen wir natürlich nicht zum Thema machen.

00:20:01: Aber nochmal warum passiert so wenig in Richtung Langfrist-Strategie?

00:20:06: Meine persönliche Erklärung dazu?

00:20:08: Erdgas ist ein Auslaufmodell und damit politisch einfach kein Gewinnerthema.

00:20:13: Wir wollen erneuerbar werden, da passt die Befassung mit einer Langfristlösung für Erdgas nicht wirklich automatisch hinein.

00:20:21: Jedenfalls ist das kommunikativ eine echte Herausforderung.

00:20:25: Im Gegenteil wer sich damit befasst der kriegt sofort den Vorwurf der Gegner dass nur fossile Energien hier unterstützt werden.

00:20:34: Möchten Sie in Katerina Reiches schonstecken, die sich als Gaskarty bezeichnet sieht, sobald sie das Wort Erdgas in den Mund nimmt?

00:20:42: Und dann ist da noch das Problem mit dem Ausstieg.

00:20:44: Wie passt eine Langfriststrategie zu diesem Ausstiegsziel?

00:20:49: Das muss man erklären können.

00:20:53: ist ja vor einigen Jahren Minister Habeck seinerzeit, nach dem Beginn der Russland-Krise durch die Welt gereist und wollte grob gesprochen zehn Jahresverträge abschließen.

00:21:02: Und hat sich dann gewundert dass die Lieferanten da nur begrenzt Interesse hatten.

00:21:07: Ist auch noch mehr!

00:21:08: Die Lösungen einer Strategie um dies hier geht sind nicht unmittelbar erfolgreich sondern zeigen ihren Erfolg auch eben erst im Laufe der Zeit.

00:21:17: Wie wurde in Deutschland seit den siebzigerjahren die Gaswirtschaft aufgebaut?

00:21:22: Das war Langfristdenke in der Politik.

00:21:24: Erdgas war damals Wunschenergie, das Erdgass-Röhrengeschäft mit der Sowjetunion bei denen wir das Erddgas bekamen und dafür Röhren geliefert haben hat seinerzeit nicht nur für Erd gas gesorgt es hat für neue Beziehungen im kalten Krieg gesorgt.

00:21:39: Das war politisch langfristig konzipiertes Agieren übrigens auch damals nicht unbestritten.

00:21:44: das gehört dann auch dazu.

00:21:45: Und warum geht das jetzt nicht mehr?

00:21:48: Na ja zum einen weil erdgas nicht mehr Wunschenergie ist und damit medial kein Mainstream-Gewinnerthema.

00:21:55: Und weil die Energiepreiskrise nicht mit Blick auf fehlende Energieversorgungsstrategie diskutiert wird, last not least Politik muss in einem globalen Kontext Antworten finden, strategische Antworten findet.

00:22:09: Das ist schwierig, weil eben da wenig Kontrolle vorhanden ist und dann passiert es einfach nicht.

00:22:15: Vielleicht noch ein Satz zu den Methane Missionen?

00:22:17: Warum hat sich die EU nicht mit den LNG-Lieferanten zusammengesetzt und ein gemeinsames Konzept entwickelt?

00:22:25: Das wäre strategisch klug gewesen, das wurde versäumt.

00:22:28: Und jetzt droht hier die Quittung.

00:22:30: Hier beschreibe ich übrigens die Perspektive von solchen Akteuren, die eigentlich einen strategischen Ansatz an die Erdgasversorgung haben müssten als einen positiven Ansatz.

00:22:38: Es gibt ja dann aber auch noch die ausdrücklichen Erdgassen, gerade auch im politischen Raum.

00:22:43: Was sagen sie in der augenblicklichen Situation?

00:22:46: Zunächst mal dürfen wir nicht glauben, dass das alle damit großer Betroffenheit herumlaufen wenn die Gaspreise zu hoch sind oder wenn wir eine Lieferkrise bekommen.

00:22:54: Ein so ein Szenario dient doch hervorragend als Begründung raus aus Vorziel zu rufen.

00:23:00: und jetzt erst recht erneuerbar ist das doch alles.

00:23:03: der vorrangte Ansatzpunkt also ganz abgesehen von dem schlichten Vorwurf an die Regierung dass sie die Energieversorgung nicht im Griff hat.

00:23:11: aber das scheint doch sehr vordergründig

00:23:14: medial?

00:23:16: Wem es allein um den Umbau der Energielandschaft geht, also die Situation der deutschen Volkswirtschaft mehr oder weniger egal ist oder vorsichtiger formuliert.

00:23:26: Wer davon ausgeht dass die Verluste durch die zu hohen Energiepreise einfach nur ein hinzunehmender Teil des Transformationsprozesses sind ja kann doch munter diese Linie fahren.

00:23:37: und dann sage ich da muss sich einfach durch.

00:23:38: bestimmte Industrien sind nicht mehr da und fertig wie auch all diejenigen die mit dem bisherigen Industriestandout und seinen Konzernen noch nie etwas anfangen konnten.

00:23:49: Und entsprechend auch kein Problem, mit dessen Krise jetzt

00:23:52: haben.".

00:23:53: Heißt zusammengefasst wohin man schaut im politischen Spektrum wenig Bereitschaft ernsthaft unsere Gasversorgung robust für die Transformation zu machen?

00:24:02: Dann mal konkret was würden sie sich wünschen.

00:24:05: und vielleicht vorab doch eine andere Frage warum nicht einfach auf die Märkte vertrauen?

00:24:09: Die globalen Märkte machen das schon!

00:24:11: Das war doch in den Zehntausendzehnern Jahren auch so.

00:24:14: Die Strategie aus der damaligen Zeit funktioniert nicht mehr.

00:24:18: Sicheres bezahlbares Erdgas in großen Mengen, das war damals.

00:24:22: Die Russen haben seinerzeit dem Markt zu viel Erdgass zur Verfügung gestellt wie sie irgendwie konnten.

00:24:28: Da ging es um die Stützung des russischen Haushaltes.

00:24:31: Das war im Endeffekt in der Konsequenz jedenfalls ein Eckpfeiler unserer Energiewende und dieser Pfeiler ist schlicht weg!

00:24:40: Indem über riesige Investitionen die Supply Wege entwickelt werden, dem muss sich Europa stellen.

00:24:46: Wer sagt ich warte auf den Markt am besten noch auf den Spotmarkt?

00:24:50: Der sorgt dafür dass Europa das Outlet of Last Resort ist.

00:24:54: der letzte Abnehmer hat die vorhin schon angesprochen.

00:24:57: Das war im letzten Jahrzehnt machbar denn da ging es wirklich nur um geringe Mengen.

00:25:01: wir hatten ja riesige Pipeline Grasmengen.

00:25:04: jetzt geht das nicht mehr.

00:25:05: Wir sind fundamental und strategisch von LNG hat-pengig.

00:25:09: Heute sehen außer-europäische Gasproduzenten und Händler Deutschland oder die EU eher wie folgt.

00:25:16: Erdgas ist Auslaufmodell, kein langfristiges Interesse an Belieferung.

00:25:20: Im Gegenteil über Regulierung, die einseitig festgelegt wird, wird den Produzenten, Exporteuren und den Regierungen dort quasi auffälligt was hier geht und was nicht geht.

00:25:32: Stichwort noch mal Methanverordnung.

00:25:34: da muss die EU als echter Partner im globalen Gasmarkt seinen Approach ändern.

00:25:39: Und eben auch wir in Deutschland, nicht auf die Knie fallen und Gottes Willen aber konstruktiv partnerschaftlich.

00:25:45: Unterstellt das lässt sich lösen?

00:25:48: Warum können die Gasimporteure das nicht selbst machen?

00:25:51: Sie sind doch sonst so ein Fan von funktionierenden Märkten.

00:25:55: Absolut richtig!

00:25:55: Das ist ja der Ruf nach Intervention durch Regierungen und das sollen auch Märkte lösen.

00:26:02: Aber ich muss auch politische Rahmenbedingungen schaffen, in denen die Akteure agieren können.

00:26:07: Erdgas war immer auch Politik und das wird es auch bleiben.

00:26:11: Und die EU, Deutschland ... Wir müssen Signale senden, dass sich diese Regionen als langfristiger ernstzunehmender Player auf dem Weltmarkt zeigen wollen.

00:26:22: Aber wäre das nicht auch das Signal, dass wir länger Erdgass nutzen werden?

00:26:26: Schön durch die Hintertür formuliert Herr Möhring.

00:26:29: Gaslobby lässt grüßen!

00:26:31: Ja genau... Bin mal gespannt, wie auf mein Podcast reagiert wird hier.

00:26:36: Genau mit diesem Vorwurf sind ja in Deutschland in der Tat auch viele unterwegs und die Antwort ist ehrlich gesagt ziemlich einfach darauf.

00:26:43: Deutschland wird kein Erdgas mehr importieren wenn auch kein Erddgas mehr genutzt wird.

00:26:50: Wir werden auch keinen Gas mehr produzieren, wenn kein Errdgas mehr benutzt wird hier in Deutschland.

00:26:54: Die Importeure kaufen schon heute das LNG in den meisten Fällen Free On Board FOB bei den Produzenten ein Dadurch frei darin ist auch in andere Talle der Welt zu verschiffen.

00:27:05: Also wenn Seefe oder Juniper einen Vertrag machen, heißt das noch lange nicht dass das Erdgas auch in Deutschland ankommt.

00:27:12: Langfristverträge verlängern also nicht die Erdgassnutzung hier in der Region und es ist auch kein Lock-In wie so gerne behauptet wird.

00:27:22: Dann konkret welche Aufgabe sehen Sie für die Bundesregierung?

00:27:26: Wichtig ist für mich insbesondere der Startpunkt der glasklar kommuniziert werden muss.

00:27:32: Wir brauchen eine Erdgasstrategie als integrierten Teil der Transformation-Strategie, es muss integriert der Hochlauf der alternativen Energie und die geringer werdende Erdgassnutzung beschrieben werden – und das wird nicht planwirtschaftlich gelingen.

00:27:47: aber mit realistischen Korridoren wird man arbeiten können.

00:27:50: Das ist die eine Seite!

00:27:52: Und das schafft auch das Vertrauen dass wir uns dann systematisch und strategisch Bezignalen für Langfristverträge auf den Weltmarkt begeben.

00:28:01: Und dadurch nicht nur Liefer-Sicherheit erhöhen, sondern auch preislich bessere Bedingungen erreichen können.

00:28:08: Wenn ich mir etwas wünschen dürfte solche Lieferpartnerschaften können noch viel weitergehen und sich zu strategischen Partnerschaften ausfalten weit über Erdgas hinaus und zwar mit Blick auf andere Industriezweige, in denen zwischen den Staaten zum gegenseitigen Vorteilsenergien gehoben werden können.

00:28:26: Da würde sicherlich sehr viel mehr gehen wenn Deutschland sich als strategischer Partner auch mit diesem weiten Ansatz positionieren

00:28:33: würde.".

00:28:34: Eine Frage noch zu den Langfristverträgen Es gibt doch eine Reihe von LNG-Verträgen von Sefe & Juniper also den beiden Importeuren die ja seit der Gaskrise in.

00:28:46: Ja, in der Tat.

00:28:48: Und wenn ich das richtig zusammenzähle also was sich da öffentlich finden lässt haben die beiden Unternehmen Jahresmengen von insgesamt rund zehn Milliarden Kubikmeter langfristig kontrahiert.

00:28:56: immerhin und es mag auch mehr sein verglichen mit den fünfzig Milliarden Kubiktmetern an russischem Erdgas die historisch nach Deutschland gekommen waren.

00:29:05: jedes Jahr ist dann natürlich noch eine relevante Lücke.

00:29:09: Hier ist eigentlich auch ein Teil einer Erdgasstrategie.

00:29:11: Wenn die deutsche Regierung sich noch einmal überlegt, ob sie Seefe und Juniper überhaupt verkauft?

00:29:16: Sie sagen ja selbst strategisch relevant.

00:29:19: Ja, schwierige Frage!

00:29:23: Also wenn Anteile verkauft werden an diesen Unternehmen dann muss die Suche nach dem Käufer absolut strategisch motiviert sein.

00:29:31: Da steht man fest erst recht vor dem Hintergrund der der schwierigen Gastversorgung in und für Deutschland.

00:29:38: Nicht zu verkaufen wird schon rechtlich schwierig.

00:29:40: Es gibt Auflagen der EU, einen Großteil der Anteile bis Ende enden zu verkaufeln – also bis auf etwa von ca.

00:29:46: twenty-fünf Prozent, wenn ich das richtig sehe!

00:29:48: Das war Teil der Genehmigung durch die EU als die deutsche Regierung diese beiden Unternehmen in der Zwei- und Zwanzig-Gas-Krise vor dem Konkurs gerettet hat.

00:29:58: Das war eine ganz starke Leistung der deutschen Regierung seiner Zeit Und diese Randbedingungen durch die EU, die steht.

00:30:04: Ja also ich bin gespannt wie die Suche nach Investoren ausgeht.

00:30:08: aus deutscher Gasversorgungssicht brauchen wir die Gewehr dass die neuen Eigentümer eine bis dahin entwickelte Gasversorgenstrategie für Deutschland auch wirksam umsetzen?

00:30:17: Auf die folgende Frage haben Sie sicherlich gewartet was ist in diesem Kontext mit heimischer Gasförderung?

00:30:24: Wer sich mit Gasversorge strategisch befasst kommt zu dem Ergebnis, dass wir die heimische Gasförderung weiterentwickeln müssen.

00:30:33: Im besten Interesse von bezahlbarer Energie und Versorgungssicherheit aber auch mit Blick auf die Minimierung der mit der Gasnutzung verbundenen Emissionen.

00:30:43: Auch das haben wir hoffiger schon an diskutiert nicht.

00:30:45: Heimische Produktion vermeidet den alternativ erforderlichen LNG-Import und dessen bis zu dreißig Prozent höheren CO²-Emissionen.

00:30:54: natürlich muss das immer unter Einhaltung der ja in Deutschland bekannt sehr scharfen Umweltschutz auflagen.

00:31:02: Ja, das ist absolut richtig!

00:31:05: Nur mal heute als die ganz kurze Geschichte unserer Hörerinnen und Hörern, die regelmäßig dran sind kennen sie ja... Ich würde mir wünschen dass wir auch diesen Teil der Diskussion in Deutschland endlich ehrlich machen können und nicht verharren in dieser Symbollogik, die lautet wenn wer hier nicht mehr fördern ist das gut fürs Klima.

00:31:24: Warum wird die heimische Gasförderung nicht gepusht, wie auch bei anderen Rohstoffen?

00:31:29: Immerhin sind ja die Speicher leer und die Preise hoch.

00:31:32: Frau Altmann haben wir besprochen.

00:31:34: Erdgas ist politisch kein Gewinnerthema, auch nicht in der aktuellen Krise.

00:31:40: Obwohl für diesen Energie-Rohstoff die gleiche Logik gilt als für mineralische Rohstoffe.

00:31:45: Reduzierung von Importabhängigkeiten verbessert die Bedingungen für den Nutzung hier im Land.

00:31:51: Wer das politisch aufgreift und konsequent durchzieht, sieht sich großen Widerstand in Medien gegenüber.

00:31:58: Das ist das zentrale Problem im Kontext.

00:32:01: Warum ist Erdgas anders als andere Rohstoffe?

00:32:05: Wie wir diskutiert haben ... Die Notwendigkeit, sich Erdgass für die Transformation als strategischer Aufgabe hinzulegen wird schlicht nicht akzeptiert.

00:32:16: Raus aus fossil heißt das dann!

00:32:19: führt dann dazu, dass wir keine strategische Befassung

00:32:21: machen.

00:32:23: Sie bemängeln den fehlenden Willen der Bundesregierung sich einer integrierten Garschattinge zu stellen.

00:32:28: Dabei war die Relevanz überdeutlich.

00:32:31: Regierungsverhalten ist ja mittlerweile immer auch eine Antwort auf gesellschaftliche Entwicklung.

00:32:35: Wo ist Deutschland falsch abgebogen?

00:32:37: Das ist ne ganz wichtige Frage.

00:32:40: Ich bin bei Ihnen Politik reagiert auf Gesellschaft.

00:32:43: das is nicht zwingend immer gleich populistisch Aber jedenfalls als Ursache Wirkung richtig beschrieben.

00:32:51: Und das ist auch urdemokratisch letztlich.

00:32:54: Leider ist Politik zu oft die Fähigkeit abhandengekommen für wichtig gehaltene Themen, notfalls auch gegen gesellschaftlichen Widerspruch durchzusetzen.

00:33:06: nicht hart aber einfach das kommunikative Thema bei Fall von Widerspruch anzunehmen und dann diese Lösungen auch zu pushen.

00:33:18: Das ist ein Phänomen unserer Zeit.

00:33:21: Ich will da gar nicht, erst recht nicht vor wichtigen Wahlen die wir gerade haben zu sehr drauf eingehen und das führt dann letztlich zu suboptimalen Ergebnissen.

00:33:29: Lassen Sie mich das einfach mal umdrehen.

00:33:32: stellen sich mal vor wenn gesellschaftliche Forderung nach einer Erdgasstrategie von großen gesellschaftlichen Gruppen auf den Tisch der politischen Debatte gelegt würde.

00:33:43: Ich bin mir sicher, die Politik würde anders agieren als sie es tatsächlich im Moment tut.

00:33:48: Und das muss noch nicht mal eine Bildzeitungskampagne sein!

00:33:51: Es reicht die ernstzunehmende Forderung gesellschaftlich relevanter Gruppen – Gewerkschaften, Kirche, Industrieverbände um nur einige zu nennen.

00:34:01: Fakt ist, dass vorherrschende Narrativ in Deutschland, das uns gesellschaftliche seit, keine Ahnung, fünfzehn Jahren eingeimpft worden Erdgas gleich fossil, gleich böse.

00:34:13: Und leider verharren allzu viele in dieser Denke auch wenn es um die Transformation in die dekarbonisierte Welt geht.

00:34:21: Dabei ist das gar nicht so komplex wie unsere heutige Podcast-Folge ja hoffentlich auch gezeigt hat.

00:34:26: Um es aber auch zu sagen nach vorne gucken ich bleibe optimistisch dass wir uns von diesem vordergründigen Narrativ im Kontext mit der Transformation und der Transition insgesamt weitverabschieden.

00:34:39: tun wir das nicht!

00:34:41: Dann wird es allerdings sehr schwierig, die Energielandschaft in Deutschland wieder in ein sicheres und bezahlbares Fahrwasser zu bekommen.

00:34:48: Mit allen Konsequenzen für die Volkswirtschaft, für industrielle Verbraucher, für den Mittelstand und für die Haushalte.

00:35:00: Bis zum nächsten Mal, wie gewohnt am ersten Donnerstag im Monat.

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